„Gaiserbähnli“ muss erhalten bleiben

Das „Gaiserbähnli“ bietet eine direkte Verbindung vom Rheintal ins Appenzellerland. Die rote Zugskomposition ist identitätsstiftend und hat aus touristischer Sicht einen hohen Stellenwert. Deshalb dürfen die Appenzeller Bahnen die Strecke Altstätten-Gais nicht leichtsinnig aufgeben.
Seit über 100 Jahren verbindet die im Volksmund als „Gaiserbähnli“ bekannte, rote Zugskomposition der Appenzeller Bahnen die beiden Regionen Rheintal und Appenzellerland. Die Mitteilung der Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen, dass sie zusammen mit einem Ingenieurbüro kundenfreundliche Alternativen zum heutigen Bahnangebot prüfen, lässt aufhorchen. Insbesondere, weil vor gut fünf Jahren bereits einmal Gerüchte bezüglich der Einstellung der Zahnradstrecke Altstätten-Gais die Runde machten. „Die Studie darf keinesfalls nur dazu dienen, diese Bahnlinie einzustellen“, sagt Nationalrat Thomas Ammann. Er ist Mitglied der nationalrätlichen Verkehrskommission und wird die Entwicklung mit Argusaugen verfolgen. Kantonsrat und CVP-Parteipräsident Sandro Hess ergänzt: „Die CVP Rheintal ist ganz klar gegen Schnellschüsse. Das „Gaiserbähnli“ darf nicht einfach mir nichts dir nichts aufgegeben werden! Wir planen auch einen entsprechenden Vorstoss im Kantonsrat.“

Freizeitangebot erhalten
Die Zahl der Fahrgäste ist in den letzten Jahren zwar leicht auf rund 140'000 pro Jahr zurückgegangen, trotzdem muss die historische Zahnradstrecke zwingend erhalten bleiben. „Mit der Stilllegung würde das Rheintal ein herausragendes, touristisches Angebot und ein regional sehr beliebtes Freizeitangebot verlieren“, sagt der Altstätter Stadtrat und Kantonsrat Andreas Broger. Deshalb fordert die CVP Rheintal, dass in der Abwägung der Zukunftslösung nicht nur wirtschaftliche Überlegungen angestellt werden, sondern auch andere Aspekte einfliessen, wie z.B. die verbindende Wirkung, die historische Bedeutung und der touristische Stellenwert. „Allenfalls müssen auch Überlegungen angestellt werden, wie dieses touristische Angebot künftig besser beworben werden kann“, sagt Kantonsrat Sandro Hess. In dieselbe Richtung denkt Andreas Broger: „Die Bedeutung des „Gaiserbähnli“ ist für den Pendlerverkehr weniger zu gewichten, als der touristische Wert. Wanderer und Schlittler wie auch Kinder freuen sich über das Bähnli.“

Optimierungen möglich
Die angekündigte Prüfung der Linie Gais-Appenzell durch die beiden Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen ist bei der CVP unbestritten. Sie macht aber auch darauf aufmerksam, dass die weiterführenden Verbindungen bei der Überprüfung miteinbezogen werden. „Wenn die heutige Wartezeit von 16 Minuten beim Umstieg Richtung St.Gallen reduziert wird, könnte die Fahrt über das Appenzellerland auch für Pendler Richtung St.Gallen attraktiver werden“, ist Nationalrat Thomas Ammann überzeugt. Denn so wäre die Fahrzeit unter Umständen sogar kürzer als jene mit der S-Bahn.